Was ist eigentlich Tantra?


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Wenn man von Tantra - vor allem in Zusammenhang mit der kommerziellen Tantramassage (kTM) - spricht, so sollte man sich darüber im klaren sein, dass dies ein sehr weit gefasster Begriff ist. Es gibt nicht DAS Tantra, auch wenn so mancher das vielleicht gerne so hätte. Das tantrische kann jedoch genauso wenig in ein festes Regelwerk gepackt werden, wie zum Beispiel die Liebe. 

Vielleicht wird dies in Bezug zur Liebe am besten deutlich, daher möchte ich es gerne daran erläutern:
Liebe gibt es in sehr vielfältiger Ausprägung - es gibt zum Beispiel die freundschaftliche Liebe, die Eigenliebe, die Liebe der Eltern und die von Partnern. Natürlich steht hinter all dem ein und dieselbe Liebe, doch es gelten je nach Ausprägung jeweils unterschiedliche Gesetzmäßigkeiten. Die Liebe ist also etwas sehr individuelles und will erforscht werden.

Und genau dasselbe gilt auch hier. Es gibt unzählige Ausprägungen, wie zum Beispiel das rituelle, das Neotantra oder eben auch die verschiedenen Körpertherapien, wie zum Beispiel die Massage. Und auch hier geht es doch letztendlich darum, dass ein jeder Mensch das für sich selbst richtige sucht, erforscht und findet. So mag das für den einen eher rotes (also sexuelles) Ritualtantra sein, für den anderen eher weißes (also energetisches). Doch vor allem geht es eben immer wieder darum: Die eigenen Grenzen zu überwinden, da wo es befreiend ist! Sei es in Seminaren, Kursen, Sessions, Retreats - oder eben in den Massagen im Sinne der kTM.

Es gibt in aller Welt sehr viel Literatur darüber, doch sollte man Tantra nicht mit einer theoretischen Disziplin verwechseln. Es gibt viele Menschen, die alles wissen, was damit zu tun hat und dennoch kein "tantrisches" Leben führen - ähnlich, wie man alles über Meditation wissen könnte, ohne jemals das eigentliche Wesen der Mediation erfahren haben.

Tantra, wie es gedacht ist, ist ein Weg der Selbsterfahrung und Selbsterkenntnis. Ein Weg zu mehr Sinnlichkeit, Lebendigkeit und Sinnhaftigkeit im Leben. Viele Wege führen nach Rom und das ist auch hier zutreffend, daher gibt es auch so viele Ausprägungen und Varianten. Wie Eingangs erwähnt: So manche Menschen machen den Anschein, als gäbe es nur DAS Tantra (meist das, welches sie selbst propagieren), doch eigentlich ist das Gegenteil der Fall:

Pluralität, Vielfalt, Einfühlsamkeit, Freude, Liebe, Sexualität, Hingabe, Freiheit und Verantwortung sind die Säulen, auf welchen diese Lebenspraxis ruht.

Vielleicht lässt sich Tantra sogar ganz kurz zusammenfassen als eine praxisnahe, nicht-theoretische Philosophie oder Grundausrichtung, die auf Erweiterung und Wachstum zielt.

Tantra ist also kein festes Konzept, sondern eine Lebensart, die ein jeder für sich selbst entdecken kann, soll und vielleicht sogar muss? Jeder Mensch darf also sein eigenes Tantra "erfinden". Dabei ist Tantra die Lehre vom Yin und Yang, oder verständlich ausgedrückt: Von der Leere und der Fülle. Manche Menschen nennen dies auch "böse" und "gut". Oder "Teufel" und "Gott". Oder "Schmerz" und "Freude". Oder "Schatten" und "Licht".

Man kann das sehr gut im Yin-Yang-Zeichen sehen. Zwei Pole - in dieser Darstellung Schwarz und Weiss - und ganz tief drin, zum Beispiel im Weissen, der jeweilig andere Pol, also ein kleiner Punkt Schwarz.

Doch es ist alles ein und dasselbe: Ein Gegensatzpaar, welches nur gemeinsam zur Erfüllung und zum inneren Frieden führt. Das ist die tiefste Aussage des Tantra, welche ein sehr guter Ansatz zur wahren Selbsterkenntnis ist: Entdecke und erfahre alle Pole in Dir und in der Welt - sowohl den Pol der Fülle, als auch den der Leere. Das Yin-Yang-Zeichen ist nur mit beiden Polen ein perfekter Kreis, ansonsten wäre es eine weiße oder schwarze Fläche.
Bei vielen Menschen sieht das Yin-Yang-Zeichen wohl eher so aus: Man vermeidet den dunklen Pol und beschneidet sich im hellen. Es entsteht ein apartes Grau - ein Zwischenzustand, weder ganz lebendig, noch ganz tod.

Doch warum leben nicht alle Menschen aus sicher heraus bunt und lebendig?
Wozu braucht es das Tantra überhaupt?

Die Antwort ist recht einfach, doch es braucht sehr viel Mut sie zu sehen:
Beim ersteren Pol tun sich ja noch die meisten Menschen scheinbar recht leicht: Fülle, Lust, Ekstase, Gott, Licht.
In der ewigen Suche danach bleiben dann auch viele Menschen hängen. Daher verbinden fast alle Menschen "Tantra" eben nur mit Sinnlichkeit, Erotik und Ekstase. Doch wer lebt schon diesen Pol in Reinform? Kaum einer, denn es ist nicht möglich nur diesen Pol zu leben. Lust, Fülle und Ekstase gibt es nur im Doppelpack mit Frust, Leere und Trübsinn.

Bei Drogen ist das sehr gut zu sehen: Wenn jemand zum Beispiel Koks schnupft, dann ist er - vor allem bei den ersten Malen - in totaler Ekstase. Er ist high. Aber was ist am nächsten Tag? Der Absturz. Das will man natürlich nicht, also wird wieder geschnupft. Doch mehr und mehr verliert das Koks seine Wirkung, es zeigen sich mehr und mehr Nebenwirkungen, der andere Pol kommt langsam aber sicher durch die Hintertüre hinein. In Form der Sucht.
Und das kann man bei allem im Leben beobachten: Zigaretten, Alkohol, Zucker, Fernsehen, Sex, Egoismus, Altruismus, Geld, Macht...

Wenn man jugendlich ist, interessiert das einen nicht. Doch mehr und mehr erschöpfen sich die körperlichen Reserven und man versteht instinktiv: "Die Suche nach der dauernden Ekstase funktioniert nicht. Eine andere Alternative wird in unserer Gesellschaft nicht gezeigt, also versinkt man mehr und mehr im Grau, in der Mittelmäßigkeit. Und hier kommt dann Tantra und Selbsterkenntnis ins Spiel. Und tatsächlich gibt es noch eine andere Möglichkeit - doch die bedarf viel Mut.

Im Tantra geht es darum BEIDE Pole in Reinform zu erfahren und anzunehmen. Und aus diesen beiden Extremerfahrungen öffnet sich automatisch das gesamte, bunte Spektrum des Lebens. Ein jeder Mensch, der Fülle voll und ganz lieben kann, findet auch den Zugang zur Leere. Und das ist es, was das Yin-Yang-Zeichen uns noch zeigen will: Ganz tief drin zum Beispiel in der Fülle, ist das geheime Törchen zur Leere. Das heißt, so geheim ist das nicht, man kann es ja deutlich sehen.

Wenn ich mich in der totalen Fülle bewege - sagen wir mal ich esse ein köstliches Mahl: Frische Salate, Gemüseburger, frisch gepresste Säfte, saftiges, warmes Brot und zum Abschluss dann noch eine kleine Süßigkeit. Wenn ich das genieße und es wirklich TOTAL genieße, dann finde ich irgendwann in mir den Punkt, wo es einfach gut ist. Wo ich mich in die Ecke legen möchte und einfach nur ruhen will. Das ist der kleine schwarze Punkt im Weißen.

Und jetzt kommt der spannende Punkt.
Am nächsten Tag, habe ich vielleich erneut in mir das Verlangen nach Fülle - doch wenn ich dem jetzt wieder Nachfolge, bin ich schon in der oben erwähnten "Koks"-Spirale. Was wäre, wenn ich nun stattdessen die Leere erkunde, das heißt den ganzen Tag über nur Rohkost, Sport machen, die Natur durchstreifen. Es wäre eine arge Überwindung, die den meisten Menschen nicht, oder nur mit Disziplin gelingt. Doch wenn ich mich auf diesen Pol nun genauso tief einlasse, wie auf den anderen, dann finde ich auch hier den kleinen weißen Punkt, nämlich die Fülle, die ganz tief in der Leere verborgen ruht.

Was wäre, wenn man sich immer im gesamten Raum des Yin-Yang-Zeichens bewegen würde? Mal schlemmt man (das wäre dann pures weiß), mal fastet man (das wäre dann tiefschwarz) und meistens irgendwo dazwischen. Die Extreme tendieren dazu anstrengend zu sein, das Mittelmaß tendiert zur Eintönigkeit.

Tantra eröffnet nun eine Art "Traingslager" oder "Spielplatz" oder "Selbsterkenntnisraum", in welchem man einerseits das Yin und Yang erforschen kann und andererseits ein Gespür für den inneren Gleichgewichtspunkt findet. Dieser ändert sich ständig - heute so und morgen vielleicht wieder ganz anders. Doch mehr und mehr wird diese vormals sprunghaften Änderungen oder die resignierte Mittelmaßlinie wieder zu einer fließenden Welle und somit zur Basis für ein harmonisches und kraftvolles Leben.

Und dann passiert etwas sehr spannendes. Das, was vorher dunkel erschien, wird auf einmal AUCH zum hellen. So entdeckt man auf einmal in der Einsamkeit das Alleinsein - das eins sein mit allem. In der Depression die friedliche Stille. Im Schmerz das wertvolle Signal zur Veränderung. In der Verzweiflung die Dualität der Dinge. Und in der Angst das Tor zur wahren Freiheit.

Auf den Weg dahin kann man wunderbar die verschiedenen Spielarten des Tantra nutzen - sei es ein Tantraseminar oder eine tantrische Massage.