Was ist Sexualität aus tantrischer Sicht?


Weitere Themen:
· Tantramassage
· Tantra
· Massage
· Tantra-Massage.de
· Liebe im Institut
· Yonimassage
· Lingammassage
· Erotikmassage
· Vergnügungssteuer
· Sexualität
· Wachstum
Das Herausforderung in der Sexualität ist, dass viele Menschen sie nicht als das sehen, was sie ist, bzw. was sie sein könnte: Häufig wird sie entweder bagatellisiert oder vergöttert. Entweder sie ist kaum mehr als eine Körperübung zur Lustbefriedigung, oder sie ist kaum weniger, als eine heilige Handlung. Beides dient jedoch nur der inneren Abwehr.

Was ist also die Sexualität tatsächlich?
Sie ist nicht mehr und nicht weniger als das Bindeglied zwischen unserer arachaischen Menschlichkeit und unserer esoterischen Göttlichkeit.
Die Sexualität so betrachten zu können, erfordert einen riesigen Spagat.
Einerseits muss ich in der Lage sein, mich für die feinen Energien zu öffnen - also eben für meine tiefsten Gefühle, für meine Empathie, für meine Liebesfähigkeit. Andererseits ist eben dies für den Wildheitsaspekt der Sexualität fast schon eine Zwangsjacke. Die Wildheit der Sexualität will sich einzig und alleine dem Körperlichen hingeben. Sie will sich körperlich austoben und das Gegenstück zum restlichen kontrollierten Leben sein.

In der Sexualität vereinen sich alle Anteile des Menschen miteinander:
das unschuldig-verspieltes Kind,
der wilde Jugendliche,
der reife Erwachsene.

Und auch die scheinbaren Gegensätze:
Die Göttlichkeit und die Menschlichkeit.
Die Heiligkeit und die teuflische Seite.
Die Reinheit und die Verderbtheit.

Kann man all das da lassen, findet all das in einem Platz, so erlebt man eine Art von Sexualität, die anders nie möglich wäre. Viele Menschen werden das nie in ihrem Leben erleben.
Aber warum nicht?
Weil es sehr viel Mut braucht, sich all diesen Elementen in einem zu stellen. Es ist leicht einfach nur "Sex zu haben". Es ist nicht viel schwerer auf einer spirituellen Welle zu surfen und gar nicht mehr im natürlichen Menschsein zu weilen.

Aber beides zusammen ist eben eine tolldreiste Angelegenheit. Es ist einerseits die Öffnung für all das Sensible und Verletzliche in einem und andererseits das Einlassen auf das Grobe und Wilde.

Vielleicht wird es an einem Bild deutlicher: Elfen in einem Raum mit feinstem Porzellan sind unproblematisch. Elefanten in einem Tal voller Steine auch. Aber wer würde schon freiwillig den Elefanten in den Porzellanladen lassen? Was da alles passieren kann?

Und tatsächlich geht es auch vielen Menschen so, wenn sie sich anfangen auf den Weg der tantrischen Selbsterkenntnis zu machen. Tatsächlich ist die Sexualität der allerbeste Gradmesser dafür, wo man auf seinem Weg der Liebe steht. Sich auf einmal zu trauen sich auf das Menschlich-Körperliche einzulassen, das macht dann so vielen Menschen Angst und sie gehen dann lieber wieder zurück in die Isoliertheit, weil sie sich darin vertrauter und geborgener fühlen.

Und daran ist ja auch nichts falsch.

Es ist dort halt einfach nicht so lebendig, wie es sein könnte.

Dabei ist die Sexualität in ihren vielen Nuancen doch fast etwas alltägliches. Wie die schönen Blumen am Wegesrand. Oder die beeindruckenden Wolken am Himmel. Oder die Sonne in ihrer unfassbaren Schönheit. Die Sexualität ist in ihrer tiefsten Essenz gleichzeitig alltäglich und doch so unfassbar schön, wie das Wunder des Lebens. Und deshalb darf dieses göttliche-irdische Geschenk mit allen Sinnen und in religiöser Inbrunst genossen werden.

Dies mit anderen Menschen zu erleben ist ein Aspekt des gelebten Tantra, es ist Vielfalt und Fülle.

Sexualität ist damit in ihrer tiefsten Essenz die Fähigkeit sich ganz selbstverständlich, ohne jede Begrenzung mit Körper, mit Geist und Seele einzulassen auf sich selbt und das Gegenüber gleichzeitig.